Wisst Ihr, wie’s aussieht, wenn jemand 40 wird? Du lädst die Leute für acht ein und die kommen um sieben. Wenn Du nicht rein feierst, ist um Mitternacht keiner mehr da. Stimmung kommt auf, wenn’s zu spät ist. Du unterhältst Dich über private Rentenversicherungen, Wellness, Scheidungskosten, alte Zeiten und Arzttermine. Der DJ hält Dich für senil und spielt das Who is Who der Lieder, die Du nicht mehr hören kannst, während sich Deine Mutter darüber erstaunt zeigt, dass die Bedeutung des Topfschlagens auf Deinen Geburtstagen immer stärker in den Hintergrund rückt, und als einzige das Tanzbein schwingt. Ist das Altersschwachsinn oder ist das Alter Schwachsinn? Ewige Jugend, die vergänglichste Form der Ewigkeit.

“Gibt’s ein Leben über 40?” ist eine Groteske über unsere Macke mit der Zeit, über die heitere Vergeblichkeit des Strebens. Ein Stück über komische Opas und gepiercte Omas; über ältere Kinder und kindliche Eltern; über Raver auf’m Tretroller mit Ischiasproblemen und Soziologiestudentinnen mit Seniorenpass; über Menschen, die sich solange fortbilden, bis sie weg sind, und über solche, die pausenlos arbeiten, um später dann doch keine gute Zeit zu haben. Kabarett zwischen Gegenwartsangst und Zukunftsbewältigung, zwischen Faltencreme und Kinderwunsch. Eine Lesung zwischen den Zeiten über die Eitelkeit der Macht und die Macht der Eitelkeit.

Das Leben ist eine einzige Midlife-Crisis. Und wer sich mit 70 immer noch fragt, was will ich später eigentlich mal machen, wer sich mit 80 von seiner Freundin trennt, weil er das Bedürfnis hat, sich erstmal richtig auszuleben, bevor er sich bindet, der hat doch irgendwie auch Recht.

“Gibt’s ein Leben über 40?” ist eine Satire über den Witz des Lebens, dessen Pointe die Vergänglichkeit ist, denn wer sich ernst nimmt, der wird sich doch gar nicht gerecht.

Unterstützt wurde Deutschlands scharfzüngiger und vielgepriesener Wortakrobat bei seiner bitterbösen Humorattacke auf das Zwerchfell seiner Zuschauer einmal mehr von seinem Regisseur Joe Knipp.

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