Thomas Freitag ist einer der wenigen Kabarettisten, der neben der großen Kunst der politisch-satirischen Unterhaltung mit schauspielerischem Können brilliert. Seine Pointen zündet er dabei weniger durch Verbalattacken, als vielmehr durch die Haltungen seiner Figuren. Der Zuschauer wird indirekt zum „Mittäter“ und somit nicht aus seiner politischen Verantwortung entlassen.

Europa, der Kreisverkehr und ein Todesfall

Europa! Was für ein erstaunlicher Erdteil! Ein Kontinent, der die Philosophie erfunden hat, die moderne Wissenschaft entwickelt und die Menschenrechte formuliert hat ... und der es heute schafft, auf über 3000 Seiten zu erklären, wie viel Wasser maximal durch einen Duschkopf fließen darf. Europa ist eine große Idee. Die Idee eines Hauses, in dem 28 verschiedene Nationen (je nach Laune vielleicht auch nur 27) zusammenleben und zusammenarbeiten. Wobei jeder, der mal versucht hat, in einer WG mit nur drei Leuten einen Spülplan zu entwickeln, ahnt: Das wird sauschwer! Europa steht nicht gut da im Moment. Früher suchten hier Touristen aus Übersee nach den Resten der alten Ruinen. Heute scheint Europa selbst die größte Ruine zu sein.

Thomas Freitag wirft in seinem neuen Programm einen scharfen, satirischen und sehr komischen Blick auf Europa... oder das, was davon noch übrig ist.

 

 

Soloprogramme
1976: Ansichten eines Trittbrettfahrers
1978: Pfui - Da steht er!
1980: Comeback mit Schiller
1982: ...und sie bewegt sich doch
1984: Wer kommt mit durchs Nadelöhr?
1986: Was sind denn das für Leute?
1988: Bitte auslachen lassen
1989: Sondermüll
1990: Die Riesenpackung Ein Comic Strip
1993: Hoppla - Ein Deutsches Schicksal
1996: unplugged - Thomas Freitag
2000: Millionär in 98 Minuten
2003: Geld oder Gülle
2007: Die Angst der Hasen
2010: Nur das Beste
2012: Der kaltwütige Herr Schüttlöffel

Preise & Auszeichnungen:

Kleinkunstpreis Baden-Württemberg / Ehrenpreis 2010
Leipziger Löwenzahn / Preis der Lachmesse 2000
Radio Schleswig-Holstein "Gold" 1991 (Parodie des Jahres)

Thomas Freitag, im hessischen Alsfeld geboren, wollte schon früh Schauspieler werden. Nach dem Abschluss einer Lehre zum Bankkaufmann - mehr den elterlichen Wünschen als den eigenen Ambitionen folgend – nahm er Schauspielunterricht bei Carlo Fuß und erhielt im Jahre 1974 am Stuttgarter Renitenztheater sein erstes Engagement als Schauspieler und Kabarettist.

Nach etlichen Theaterrollen am Stadttheater Gießen holte ihn Kay Lorentz 1977 an das Düsseldorfer Kom(m)ödchen. Hier spielte er über viele Jahre in zahlreichen Erfolgsproduktionen dieses ältesten deutschen Kabarett-Theaters und in den Inszenierungen „Ende offen“ und „Playback“ avancierte er zum ersten Duo-Partner der Kabarett-Ikone Lore Lorentz.

Darüber hinaus war Thomas Freitag seit 1976 mit bislang 16 Soloprogrammen in ganz Deutschland unterwegs. Kritiker charakterisieren ihn als den „Komödianten unter den Spitzenkabarettisten“. Charmant bis süffisant entziehe er sich dem Mainstream und präsentiere Programme, in denen er mit hoher schauspielerischer Präsenz unter einem Teppich zeitkritischer Betrachtungen pointiert seine kabarettistischen Tretminen zünde.

Für ein breiteres Publikum wurde er in dieser Zeit auch als glänzender Parodist bekannt. Seine Strauss/Wehner/Brandt/Kohl/Lueg und Reich-Ranicki-Parodien sind Legende.

Seine schauspielerischen Ambitionen verwirklichte Thomas Freitag zudem in etlichen Fernsehrollen. Neben eigenen TV-Serien war er immer wieder Gast in zahlreichen TV-Produktionen, Shows und Fernsehfilmen. Seine Liebe zum Theater brachte ihn mit „Männerhort“ in der Spielzeit 2007/2008 auf die Bühne der „Komödie“ in Düsseldorf. Im Frühjahr 2010 realisierte er seine zweite Zusammenarbeit mit Helmuth Fuschl in „Der Priestermacher“ und ging damit bundesweit auf Tournee.

Thomas Freitag ist einer der wenigen Kabarettisten, der neben der großen Kunst der politisch-satirischen Unterhaltung mit schauspielerischem Können brilliert.

Trittsicher balanciert Thomas Freitag auf dem schmalen Grat zwischen intelligentem Humor und bitterem Ernst, bringt das Publikum zu Lachen und zum Denken!

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