Wofür Buchholz steht, ist bekannt: Für tages-aktuelles, politisches Hardcore-Kabarett mit analytischer Hintergrund-Durchleuchtung. Zugleich steht er für hinterhältiges, hintersinniges Sprachspiel.„Kabarett vom Feinsten und Gemeinsten“, schreibt die „Zeit“. „Wortakrobatik ohne Netz aber mit doppeltem Boden“, so die „Berliner Zeitung“. Nachdem Buchholz alle wichtigen Kabarett- und Kleinkunstpreise in Deutschland schon längst abgeräumt hat, auch die im halbwegs deutschsprachigen Ausland, steht er mit seinem neuen Programm auf der Bühne. Einer, der einen Standpunkt hat, zur Not auch mehrere, denn ein Standpunkt ist für ihn ein Ausgangspunkt; kein Stehpunkt also, sondern ein Gehpunkt. Und er kann auch anders: Er spickt seine Programme mit gelegentlichen Ausflügen ins Poetische, gibt sich selber das Tagesbefehl: Geh! Dichte! „Einer, der bei Tucholsky, Morgenstern, Ringelnatz und Brecht gelernt hat, und einen ganz eigenen ironisch-absurden Ton findet.“ (NDR).
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Denkste?!

Martin Buchholz schlägt wieder zu – tagesaktuell wie immer, Gründe und Hintergründe satirisch ausleuchtend. Für ihn als früheren Zeitungsmenschen ist Kabarett stets auch die Fortsetzung von Journalismus mit anderen Mitteln. Dabei scheut er allerdings auch vor illegalen Methoden nicht zurück: Bei seinen Recherchen begeht er ständig Hausfriedensbruch, indem er als gefürchteter Einbrecher in unseren Oberstübchen sein Unwesen treibt. Ein Einbrecher, der uns zu Ausbrechern machen will.

Er bricht nämlich ein in den Knast unserer Gehirnkästen, um die Gedanken zu befreien, die dort in grauen Einzelzellen einsam vor sich hin schmoren. Oft sind sie verhaftet im Zwangssystem einer herrschenden Logik, die das Gewissen der Herrschenden gleich mit verhaftet hat. Das nennt sich in der Politik meist: Gewissenhaft.
Buchholz pfeift auf die Haft-Bedingungen, die man uns vorschreibt und provoziert mit völlig unstatthaften Assoziationen. „Was der Mann mit unseren Gehirnwindungen anstellt, ist atemberaubend“, schreibt die „Berliner Zeitung“. Atemberaubend vielleicht – jedoch nicht freiheitsberaubend. Im Gegenteil: Als Vordenker, der lachend zum Nachdenken anstiftet, verschenkt er Gedankenfreiheit. Wer allerdings unter Gedankenfreiheit lediglich versteht, dass man frei ist von Gedanken, der sollte sich besser vor die Glotze entertainen lassen und um Buchholz einen großen Bogen machen. Alle anderen erwartet ein Lust- und Liebesspiel mit der deutschen Sprache und undeutschen Gedanken. Eben drum: „Denkste?!“

Werke

1993 Die Deutsche Verfassung | Droemer Knaur Verlag
1994 Man wird sie eine Männin heißen | Eder Verlag
1997 Das Schweigen der Belämmerten | Eder Verlag
2001 Stille Tage im Klischee | Parthas Verlag
2004 Stupid white GerMan | Wostok Verlag
2007 Deutsches Wortissimo | Wostok Verlag
2011 Geh! Denken! – Geh! Dichte! | Wostok Verlag

CD

2002 Machs mir noch einmal Wüstling | M.B. Pool Music + Media Service
2003 The miesest and the Fiesest of … | M.B. Pool Music + Media Service
2005 Freiheit für Angela! | M.B. Pool Music + Media Service
2006 Dialekt mich am Patriarsch! | M B. Pool Music + Media Service
2007 Noch eins drauf! | M B. Pool Music + Media Service
2009 Ich bin dann mal da | M B. Pool Music + Media Service
2011 Mißverstehen Sie mich bitte richtig! | M B. Pool Music + Media Service

DVD

2011 Ich gebs ja zu | Film-Music-Video Marcus Herold

Martin Buchholz, geboren im Jahr des deutschen Heils 1942 zu Berlin-Wedding. Seit 1961 Reporter und Redakteur, zunächst in Berlin beim „Abend", dann beim „Volksblatt" und bei Augsteins unselig entschlafenem „Heute"-Experiment, zwischendurch bei „Spiegel" und „Stern", danach Mitherausgeber des „Berliner Extra-Dienst" (die Zeitung der außerparlamentarischen Opposition), dann Ressortleiter Kultur bei der „Neuen" und Text-Chef bei „Pardon", zuletzt Ökologie- und Wissenschaftsredakteur bei „konkret".
Seit Herbst 1982, nach 20 Jahren am Redakteurs-Schreibtisch, veröffentlicht er sich auf der Bühne. Außerdem publiziert er auch in gedruckter Form, als satirischer Schriftsteller. Er ist Mitglied im Deutschen PEN-Zentrum. Jede Woche erscheint eine aktuelle Buchholz-Satire, der „Wochenschauer".

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