19 Jahre ist es nunmehr her, dass „Dagobert“ alias Arno Funke 1994 wegen schwerer Erpressung des Karstadt- Konzerns festgenommen wurde. Inzwischen ist viel Zeit vergangen. Bereits während seiner Haft, aus der er im Jahr 2000 vorzeitig entlassen wurde, begann der geniale Gauner, dem immerhin ein Intelligenzquotient von 145 zugesprochen wird, Karikaturen für das Satire-Magazin Eulenspiegel zu zeichnen.

Berühmt wurde etwa seine Karikatur Helmut Kohls als vernichtendes Monster über Berlin, mit dem Untertitel, Kohlzillas Rache, die es auch gleich auf die Titelseite des Magazins schaffte. Inzwischen ist Funke beim Eulenspiegel angestellt und seit einem Jahr auch als Autor satirischer Texte tätig. Mit seinem Buch ENTE KROSS legt er eine humoristische Sammlung von Cartoons und Kurzgeschichten vor, die witzig und zeitkritisch zugleich, Themen des Alltags aufgreifen:

So versucht er etwa unter dem Titel „Krieg der Generationen“ seinem 12-jährigen Sohn klarzumachen, dass die jetzige Rentnergeneration den Löffel ums Verrecken nicht abgeben will und dass das alte, aber bewährte Rentenmodell Marke ‚Bangladesh’, wonach die Eltern ihre sechs bis sechzehn Gören versorgen, damit die drei oder acht, welche die Pflege überlebten, diese dann wiederum im Alter versorgen, nicht mehr funktioniert.

Außerdem lautet sein Entschluss „Nie wieder joggen“ oder „Ich will so bleiben wie ich bin“. Funke beschreibt hier ein Männerproblem: Nach einer durchzechten Nacht stellt er mit Schrecken fest, dass sein männlicher Luxuskörper gegen den einer schwangeren Frau ausgetauscht wurde und sein Gesicht sich verwandelt hat: so in Richtung Qualle. Dagegen muss etwas getan werden …

Natürlich weist Arno Funke auch mit einer gehörigen Portion Selbstironie auf seine Vergangenheit hin, wenn er unter der Überschrift „Geld macht süchtig“, Friedbert Brüllke in einer anonymen Therapiegruppe seine Geldsucht therapieren lässt. Es ist übrigens die einzige Geschichte, die nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben ist.

In seinem Bühnenprogramm „Erbrechen lohnt sich nicht“ lernt man Funke aber nicht nur als lebendigen Geschichtenerzähler kennen, sondern erlebt eine einmalige Multimediashow, in der witzige Filmspots aus dem Internet und natürlich seine genialen Karikaturen auf Großbildleinwand zu sehen sind.

Fest steht: bei diesem Humor bleibt kein Auge trocken!

Werke
1998 Mein Leben als Dagobert | Die Bekenntnisse des Kaufhauserpressers | Ch. Links | Berlin
2004 Ente kross | Cartoons und Geschichten | Eulenspiegel | Berlin

Arno Martin Franz Funke (* 14. März 1950 in Berlin-Rudow) ist ein Autor, Grafiker und DJ aus Deutschland. Er beging 1988 sowie von 1992 bis 1994 Kaufhaus-Erpressungen; bei den letzteren wurde er unter seinem Erpresser-Pseudonym Dagobert durch Presseberichte bundesweit bekannt. Die Erpressung als Dagobert wurde zum längsten und aufwändigsten Erpressungsfall in der deutschen Kriminalgeschichte. Funkes Taten zeugten von Phantasie, technischen Fähigkeiten und taktischer Vorsicht, was ihm in Verbindung mit den von der Presse kolportierten Misserfolgen der Polizei bei seiner Ergreifung eine gewisse öffentliche Sympathie einbrachte.

Funke ist Sohn einer in der Stadt Stavanger geborenen Norwegerin und eines in Berlin-Rudow geborenen Mannes, der die Familie aber schon früh verließ. Er ist in Berlin-Rudow aufgewachsen und besuchte zeitweise die Rütli-Schule in Neukölln, wo er zweimal sitzenblieb. Er beschäftigte sich bereits in der Kindheit mit der Malerei. Nach einer abgebrochenen Ausbildung als Fotograf schloss Funke 1969 eine Lehre als Schilder- und Lichtreklamemacher ab. Funke führte ein unstetes Leben, in dem er nie richtig zu sich selbst fand. Bis 1980 arbeitete er in den unterschiedlichsten Jobs, als Schildermaler, Discjockey, Fahrer für eine Getränkefirma und Bauhelfer.

Immer wieder versuchte er in kreativen Berufen Fuß zu fassen. 1976 bis 1977 arbeitete er nebenberuflich als Pressefotograf. 1980 bis 1993 arbeitete er freiberuflich als Kunstmaler und Fotograf. Obwohl er mit einigen Ausstellungen versuchte, als Künstler Fuß zu fassen, gelang ihm nie der Durchbruch. Da er mit der Kunst seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten konnte, arbeitete Funke hauptberuflich als Kunstlackierer in einer Kfz-Werkstatt.

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