FiL wurde 1966 als Philip Tägert geboren. Früher nannte man ihn auch den scheuen Phil oder den schauen FIL. Er ist Urberliner, im Märkischen Viertel aufgewachsen, Ex-Punk, und seine Bühnenshow mit „SHARKEY“, dem Handpuppen-Hai aus Plüsch, ist eine Offenbarung. Seine gnadenlosen Improvisationen bewegen sich zwischen großer Kunst und tiefster Flachheit. Jede Anekdote wird hier noch während des Erzählens kaputtinterpretiert, keine Gitarrenbegleitung kommt ohne umständliche Erklärungen aus. FiL ist ein charismatischer Politbarde, tränentreibender Pantomime und Parodist mit einer Vorliebe fürs Direkte und Grobe, einer der größten Zwerchfellerschütterer Berlins und wahrscheinlich des Rests der Welt. Die Titanic bescheinigte ihm, er wirke auf der Bühne wie „Wolfgang Gruner auf Ecstasy“.
Bereits mit zehn Jahren gewann FiL den Schreibwettbewerb der Berliner Morgenpost und mit vierzehn veröffentlichte er seine ersten Comics im Berliner Stadtmagazin „Zitty“. Nach einer abgebrochenen Ausbildung zum Kunstmaler konzentrierte er sich hauptsächlich auf seine Arbeit als Zeichner, ist allerdings mindestens genauso erfolgreich als Bühnenentertainer und Sänger tätig. Mit „Didi & Stulle“ veröffentlicht er seit vielen Jahren unablässig in zweiwöchigem Rhythmus einen erfolgreichen One-Pager in der „Zitty“. In „Teufel und Pistolen“, der Kultheftreihe von Berlin Comix, erschienen kleinformatige Geschichten.
Im Verlag Reprodukt sind bislang acht vierfarbige Sammelbände von „Didi & Stulle“ erschienen: „Einen drin“, „Höllenglocken“, „Sie nannten ihn Didi und Stulle“, „Endstation Mars“, „Die Galgenvögel von St. Tropez“, „Der Plan des Gott“, „Didi: No more Mister Nice Guy“ und „Getötet vom Tod“. Außer der Reihe liegen mit „Didi & Stulle Economy“ 1, „Didi & Stulle“ 5 1/2 und „Didi & Stulle“ 6 1/2 auch drei kleinformatige Alben in Schwarzweiß vor. Desweiteren sind viele Titel, die FiL bei Jochen Enterprises, beim Zitty Verlag oder bei LPSW veröffentlicht hat, über Reprodukt zu beziehen.
2004 erschien bei Berlin Comix mit „Gestatten: Fil“ eine Sammlung von Cartoons und kurzen Strips. Der erste Sonderband mit dem Titel „Danger in Moskau – Vier Handkanten für ein Perestroika“ ist für Sommer 2009 geplant.
„Lange vor Kurt Krömer erhob Fil den Proll-Humor zur Kunst. [...] Fil ist ein Jäger und Sammler absurder Alltagsbeobachtungen, nichts ist vor dem begnadeten Improvisateur sicher. [...] Manches Werk des schlaksigen Glatzkopfs ... ist große Kunst, anderes ist so flach, dass es fast schon wieder tiefgründig wirkt. Der kalkulierte Tabubruch ist bei ihm Prinzip.“ (Der Tagesspiegel)
„Bitterböse Beobachtungen mischen sich dabei mit den Nonsensreimen selbstgebastelter Lieder in freejazzender Konstantin-Wecker-Manier am Klavier oder mit Reinhard-Mey-Attitüde an der Gitarre.“ (Berliner Morgenpost)
„Wie immer unvergleichlich komisch, manchmal aufs Übelste dahinimprovisiert, dann wieder erschreckend professionell. Wie das Leben selbst.“ (radio eins)
„Fils schöpferische Kraft liegt im schlafwandlerischen Wandel auf der Klinge zwischen Genie uns Wahnsinn.“ (Interessenverband Comic e.V.)
„Fil, the Papst“ (Berliner Zeitung)
„Er ist echt gut, obwohl er lustig ist.“ (Hamburger Morgenpost)
„Sehr viel lustiger, als die Dutzendware, die sich in Comedyschulen zu blutleerer Professionalität schleifen lässt und eine eigene TV-Show für das Nonplusultra einer Komikerkarriere hält.“ (Titanic)
„Ich bin das Sprachrohr meiner Generation, zu jung für Punk, zu alt für Techno und von Anfang an desillusioniert.“ (FiL)